Rupert Gietl

Dr. Rupert Gietl, ist in Bruneck geboren, besuchte dort das Humanistische Gymnasium und studierte in Wien und Mainz Klassische Archäologie, Geschichte, Fotogrammetrie und Fernerkundung. Nach dem Abschluss des Diplomstudiums arbeitete er in Wien u.a. für die Österreichische Akademie der Wissenschaften sowie im Bereich der Bauwerksvermessung in der Privatwirtschaft. 2005 gründete er mit drei Fachkollegen das private Forschungsunternehmen “Arc-Team” welches sich auf archäologische Dienstleistungen, sowie auf die Entwicklung von Open Source Hard- und Softwarelösungen für das kulturelle Erbe spezialisierte. Arc-Team arbeitet schwerpunktmäßig in der Europaregion Tirol sowie in Friaul Julisch-Venetien, mit einer Spezialisierung auf Einsätze im Hochgebirge. In Zusammenarbeit mit der Uni Innsbruck darüber hinaus im Kaukasus und im Iran. Seit ca. zehn Jahren verfolgt das Unternehmen verstärkt den Forschungszweig der Konfliktarchäologie des Ersten Weltkrieges. Die Mitglieder des Arc-Team publizieren vornehmlich zu neuen digitalen Methoden in der Archäologie.

Archäologie der Kriege und Konflikte. Wie aus militärischer Infrastruktur Kulturerbe wird. Das Beispiel des 1. Weltkrieges an der Front in Fels und Eis

Mit den Gedenkjahren 2014-18 trat ein bislang relativ unbekannter Zweig der archäologischen Forschung, die sogenannte Konfliktarchäologie, verstärkt in die Öffentlichkeit. Da Grabungen auf Grund der enormen Ausdehnung der Gebirgsfront nur sehr punktuelle Aussagen liefern können, muss es in den kommenden Jahren das vorrangige Ziel sein eine Bestandsaufnahme sämtlicher materieller Hinterlassenschaften aus der Zeit des Ersten Weltkieges durchzuführen. Durch die Entwicklungen in der Satellitengeodäsie und der dreidimensionalen Dokumentation ist es heute möglich, großflächig und relativ ökonomisch an diese Aufgabe heranzugehen. Die gesammelten Daten sind die Basis für weiterführende Forschungen, die Zusammenschau mit Archivmaterialien, zeitgenössischen Fotoaufnahmen und Zeitzeugenberichten sowie für gezielte Schutzmaßnahmen und bieten für die Zukunft neue Möglichkeiten der Präsentation, welche die Anforderungen des Natur- und Denkmalschutzes, sowie des gestiegenen Interesses breiter Bevölkerungsgruppen am Thema erfüllen.