Gerhard Glüher 

Gerhard Glüher (*1958) ist diplomierter Designer, promovierter Kunsthistoriker und habilitierter Kunsttheoretiker. Er lehrt seit 2007 als Professor für Philosophie an der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen . Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind Bildmedien, Forschung in der Kunst, Designtheorie und Methoden des kreativen Denkens.

Reste, Risse, Spuren: Überlegungen zum Phänomen Ruine im Kontext der Diskurse um das Kulturerbe

Die Ruine ist als architektonisches Phänomen ein Übergangsstadium. In der Vergangenheit war sie eine Ganzheit., in der Zukunft wird sie nicht mehr sein. Denkmalpflegerisch sind diese Artefakte zwar als Zeugen des kulturellen Erbes  in großen Zahlen auf den Listen des schützenswerten Bestandes zu finden, doch der gelebte Umgang damit ist politisch, soziologisch oder ästhetisch immer wieder Anlass zu Grundsatzdebatten über Abriss und Erhalt.  Die Ruine ist bestens dafür geeignet, zur Projektionsfläche von faktischen bis spekulativen Überlegungen werden. Der Prozess des Übergangs vom Sein zum Nichts beginnt mit dem Riss, er ist lange Zeit der Rest und zum Schluss mühen wir uns ab mit den Spuren, die etwas bedeuten könnten, aber auch das Wissen verschwindet. Der Vortrag versucht sich an diesem Phänomen.